
Das einjährige Bestehen des Rallye-Team Olaf Gennat / Volkmar Knop hatten wir uns eigentlich anders vorgestellt…
Es war eigentlich alles perfekt. Der frisch revidierte 2,5 Liter Motor stemmte erstmals seit der Wikinger-Rallye wieder seine brachiale Kraft an die Hinterachse, der Sommer zeigte sich von seiner schönsten Seite und die Holsten-Rallye stand an.
Am Freitagnachmittag, gegen 16:30 Uhr, rollten wir gut gelaunt und voller Tatendrang ins Rallye-Zentrum Gut Görtz.
Nachdem der Ascona abgeladen war, erledigten wir die Papierabnahme und fuhren Richtung Putlos, um die Wertungsprüfungen zu besichtigen.
Bis auf ein paar kleine Änderungen entsprach die Streckenführung der 2008er Ausgabe. Somit erledigten wir das Abfahren relativ entspannt und zügig.
Wieder im Fahrerlager angekommen, erledigten wir noch kleine Restarbeiten am Einsatzfahrzeug, bevor wir zum angenehmen Teil des Tages, dem Grillen und Benzin reden, übergehen konnten.
Mit einer lustigen Truppe des Historic-Rallye-Cups kamen wir schnell ins Gespräch, nachdem die Herrschaften ein wichtiges Teil der Grill-Hardware in der Heimat zurückließen, welches wir stellen konnten… Den Grill.
Am späten Abend, lange nach Sonnenuntergang fanden auch wir dann schließlich den Weg ins Bett. Volkmar, jeder Kanadische Baumfäller würde ihn sofort einen lebenslangen Arbeitsvertrag in die Hand drücken, legte noch ungefähr 100 ha Laubbäume um, bis schließlich auch mir die Augen vor Müdigkeit zufielen.
In aller Frühe des Samstagmorgens stellten wir den Wagen bei der Technik vor. Danach ging es ins Parc fermé.
Um 10:26 Uhr stempelten wir an der ersten Zeitkontrolle ein und machten uns danach auf in Richtung Truppenübungsplatz.
Kurz vor der ersten Prüfung der erste Schreck, die Öltemperaturanzeige reagierte nicht mehr. Die Ursache war lediglich ein defekter Kabelschuh und somit nicht der Rede wert.
WP1 ein kleiner, feiner Rundkurs mit langer Ausfahrt stand auf dem Fahrplan.
Nachdem der Starter seine Sekunden heruntergezählt hatte ging es zur Sache… Und wie… Die Jungs von Risse Motorsport haben tolle Arbeit geleistet und die Fuhre ging endlich wieder mächtig voran.
Es ist schön endlich nicht mehr auf einer Geraden zu verhungern, sondern die Gänge im Sekundentakt bis zur letzten Welle durchzustecken.
Ein bisschen irritiert von dem Vorwärtsdrang unseres erstarkten Arbeitsgerätes, bremste ich vor der ersten „Panzerplatte“ zu spät und siehe da, wir verpassten den Abzweig um Welten…
Das sollte aber auch der einzige Ausrutscher bleiben, bis sich ca. 1,5 Kilometer vor dem Ziel der WP ein neues Phänomen einstellte.
Bei fast jedem Tritt auf die Kupplung sackte das Pedal um einen Zentimeter ab. So mussten wir uns die restlichen 500 Meter mit dem 2. Gang begnügen, da das Pedal mittlerweile auf dem Boden lag und an Schalten nicht mehr zu denken war…
Fassungslos rollten wir nach der ZK den Wagen zur Seite und „humpelten“ kurz danach im 1. Gang von dem Veranstaltungsgelände, wo wir nach kurzer Wartezeit von unserem Service eingesammelt und zurück zum Rallye-Zentrum transportiert wurden.
Nach einem kurzen Check konnten Kupplungsseil, Kupplung ausgeschlossen werden. So blieb uns nichts anderes übrig, als die Bordkarten abzugeben und einzupacken.
Ein doppelt und dreifach bitterer Ausfall. Dass wir die Rallyes nicht beenden konnten war da noch die harmlosere Seite. Schwerwiegender war doch der Rückschlag in den Meisterschaften, zumal mit der Absage der Atlantis-Rallyes weitere Läufe und somit Punkte fehlen.
Um das Ganze noch zu steigern, brauchte man nur ein Blick auf das Ergebnis nach WP 1 zu riskieren. Dort lagen wir auf Platz 10 im Gesamt, trotz Ausflug in die Botanik und Kupplungsproblemen.
Tja, wenn das Wörtchen wenn nicht wäre…
Aber es nütz nichts, jetzt heißt es Ärmel hoch und mit Vollgas zum Abenteuer Reckenberg-Rallye…
Später sollte sich herausstellen, dass der berühmte „Pfennigartikel“ zum Ausfall geführt hatte. Die Kontermutter des Ausrückhebels fand die Landschaft auf Putlos wohl anziehender, wie die angestammte Position am Getriebe. Somit stellte sich die Kupplung bei jedem Tritt auf das Pedal von selbst zurück, bis sich der Kraftschluss nicht mehr trennen ließ…
(Fotos : Jan Tauchnitz)